Planung von Spielfilmproduktionen aus Sicht des Projektcontrollings

Eine theoretische Betrachtung unter besonderer Berücksichtigung des Innovationsgrades

Unter einem Spielfilm wird klassisch ein für die Erstveröffentlichung im Kino bestimmter und der Unterhaltung dienender Langfilm („abendfüllender Film“) verstanden. Im Bereich der Filmproduktion stellt die Schaffung und Herstellung von Spielfilmen quasi die „Königsdisziplin“ dar. Denn Spielfilmproduktionen sind nicht nur wirtschaftlich chancenreiche, sondern auch gleichzeitig hochriskante und komplexe Projekte.

So gilt es unter anderem, die von einer großen Zahl von arbeitsteilig wirkenden hochspezialisierten Experten zu erfüllenden Aufgaben zu planen und Handlungsalternativen hinsichtlich ihrer möglichen Wirkung auf den wirtschaftlichen Filmerfolg abzuwägen. Denn den hohen (bis hin zu dreistelligen Millionen-Beträgen gehenden) Produktions- und Marketingkosten stehen äußerst unsichere mögliche Erlöse aus der Aufführung im Kino und der weiteren Verwertung gegenüber. Daher gelingt es Filmproduzenten häufig nicht, Gewinne mit einem Filmprojekt zu erwirtschaften. Ungeachtet der Tatsache, dass die Filmproduktion immer auch künstlerisches Schaffen ist, muss sie eine stetig fortschreitende Professionalisierung erfahren, die sich an den Grundprinzipien orientiert, die für jedes wirtschaftlich handelnde Unternehmen gelten. Die Filmbranche weist jedoch spezifische Charakteristika auf, die sie wesentlich von anderen produzierenden Branchen unterscheidet.

Um diese Unterschiede transparent zu machen werden im Rahmen des Buches die charakteristischen Merkmale von Filmproduktion und Filmbranche aufgezeigt und analysiert. Neben den Akteuren und der Wertschöpfungskette der Filmwirtschaft werden insbesondere der Prozess der Filmerstellung, Lizenzhandel und Filmverwertung, Risiken und Riskoabsicherung sowie die Marktsituation behandelt.

Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist der Entwurf eines theoretischen konzeptionellen Bezugsrahmens für die Planung eines Kinofilmprojekts aus Sicht des Filmherstellers im Sinne des Projektcontrollings. Darüber hinaus wird unter Anwendung dieses Bezugsrahmens der Planungsprozess eines Filmprojekts dargestellt. Hierbei werden ausgewählte Entscheidungsfelder des Projektcontrollings aufgezeigt, die sich in Abhängigkeit von den möglichen Ausprägungen der Merkmale eines Filmprojekts ergeben. Die Optionen des Projektcontrollings hinsichtlich der Vorgehensweise und der anzuwendenden Verfahren und Instrumente werden dabei insbesondere vor dem Hintergrund des Innovationsgrades des Filmprojekts und der empirischen Erkenntnisse über die relevanten Erfolgsfaktoren für die Filmproduktion hergeleitet.


Aus dem Inhalt:

  • Kontingenzansatz als Analyserahmen: 
    • Finden des richtigen "Fit" zwischen Kontext der FIlmproduktion und organisatorischer Ausgestaltung
  • Charakteristika von Filmproduktion und Filmbranche:
    • Akteure in Filmproduktion, Filmverleih und Filmfinanzierung
    • Wertschöpfungskette von Medienbranche und Filmwirtschaft
    • Prozess der Filmherstellung (Stoffentwicklung. Projektentwicklung, Preproduction, Dreharbeiten, Postproduction, Marketing)
    • Lizenzhandel und Prozess der Filmverwertung
    • Risiken und Risikoabsicherung
    • Marktsituation
  • Konzeptioneller Bezugsrahmen der Planung von Filmprojekten:
    • Filmproduktion als innovatives/innovierendes Projekt
    • Organisationsformen der Filmproduktion
    • Controlling in der Planung von Filmprojekten
    • Erfolgsfaktoren der Filmproduktion (Empirische Studien)
    • Einbindung von Erfolgsfaktoren in die Planung und Entscheidungsfindung
    • Bezugsrahmen/Kontingenzmodell für die Projektplanung eines Spielfilms
  • Projektplanung für einen Spielfilm:
    • Bestimmung des Innovationsgrades (inhaltlich-gestalterisch/technisch)
    • Betrachtung der Planungsphasen (Businessplanung und operative Projektplanung)